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Niederschrift des Pastors Güldich zu Weiler auf dem Berge
Anno 1636, Februar. Fremde Kriegsvölker, Schweden genannt,
sind im Anzug. Ihnen eilt der Ruf voraus Menschen auf bestialische
Art zu quälen. In vielen Gemeinden wie Dudeldorf und Kyllburg
waren die Horden bereits eingefallen, als der Händler Bastian
Zirbes nach Bergweiler kommt und von Zauberei auf der Scheidweiler
Mühle berichtet. Dort habe ein Geselle namens Peter, "Häckerlinge"
in ein Heer von Soldaten verwandelt und so die Schweden in die
Flucht geschlagen.
Am Dienstag den 13. September wird Bergweiler von 800 schwedischen
Soldaten heimgesucht. Plünderung, Vergewaltigung und Folter
ergehen zu jener Zeit über die Bergweilerer Bevölkerung.
"...Dem Follmannshannes, so im ersten Hause wohnt, machten
Sie ein Seil um den Kopf und reitelten es mit dem Knüppel
zusammen, daß ihm das Blut zu Mund, Nas und Ohren heraussprang.
Dem Michelsjost haben sie die Arme rundum gedreht, ...".
In Ihrer Zerstörungswut steckten sie Häuser und Scheunen
in Brand. Herbeigelockt vom Flammenmeer kamen mit Äxten,
Sensen und Hunden die Bauern aus dem Oberdorf zur Hilfe und vertrieben
die Schweden aus Bergweiler. Die Familie Finten traf dieser Abend
jedoch am schlimmsten. Man fand die Tochter Lena tot in der Scheune
hängend. Dort nahm sie sich aus Verzweiflung selbst das Leben.
Der Vater Jakob Finten berichtete, dass fünf fremde Männer
seine Tochter "verunehrten" indem Sie Ihr Gewalt antaten.
Ihre Mutter Barbara Finten berichtete in derselben Nacht, auf
dem Sterbebett, das die Tat vor ihren Augen geschehen war. Sie
selbst wurde gefesselt und ins Feuer gestellt, wo sie qualvolle,
tödliche Verbrennungen erlitt. Der Bruder Balthasar Finten
wurde ebenfalls dazu gezwungen der Gräueltat zuzusehen.
Mit dem Jahr 1636 war für die Bergweilerer Bauern die schlimmste
Zeit vorüber. Die Vertreibung der Schweden an jenem Abend
gab ihnen wieder Hoffnung. Bergweiler wurde wieder aufgebaut und
Felder neu bewirtschaftet. Nur Jakob Finten konnte keinen Frieden
finden. Er vernachlässigte seine zwei verbliebenen Kinder
und sich selbst. Seinen Frust ließ er an Gott aus und schwur
Rache. Als eines Abends ein Landstreicher seiner Stube betrat
und um Unterkunft bat, schlug Jakob Finten ihm mit einer Hacke
auf den Hinterkopf. Balthasar, Jakobs Sohn fand ihn später
in der Scheune angekettet. Balthasar konnte Ihn nicht befreien.
Der Fremde erlag schließlich seinen Verletzungen. Kurz vor
seinem Tod verfluchte der Fremde Jakob Finten und seine Nachkommen.
Anno 1647 verstarb Jakob Finten.
Balthasar heiratete 1652 Susanna Lamberti aus Arenrath. Sie gebar
fünf Kinder, von denen nur eines am Leben blieb. Balthasars
Sohn Nikolaus heiratete 1681 Barbara Kröschel aus Hupperath.
Sie hatten sieben Kinder von denen nur Hubertus Finten überlebte.
Hubertus Finten heiratete 1710 Elisabeth Follmann aus Bergweiler.
Sie traten beide aus der Kirche aus. Elisabeth Follmann gebar
2 Kinder. Als es dem ältesten Sohn Franz zunehmend schlechter
ging, pilgerten Hubertus und Elisabeth nach Eberhardsklausen,
Himmerod und zum heiligen Rock nach Trier. Sie nahmen beide wieder
ihre Konfession an. Als sich der Gesundheitszustand seines Sohnes
Franz weiter verschlechterte, legten die beiden ein Gelübde
ab. Ihr Kind sollte gesund werden und der Herrgott den Fluch von
der Familie nehmen. Dafür wollten Sie von ihrem Ersparten
eine Kapelle erbauen. Nachdem das Gelübde abgelegt war, verbesserte
sich die Gesundheit des Kindes. Der Fluch war vorüber. Balthasar
und Susanna erbauten die Fintenkapelle außerhalb von Bergweiler
auf dem "Schwedenflur".

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